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Steuertipps

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Steuertipp des Monats

Urteil zu Handwerkerleistung: Statische Berechnung ist absetzbar

Ist vor einer Baumaßnahme zwingend eine statische Berechnung erforderlich, können auch diese Gutachterkosten als Handwerkerleistungen in der Einkommensteuererklärung abgezogen werden. Das entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg zugunsten eines Ehepaares.

Im konkreten Fall ließ das Paar in seinem Wohnhaus die Holzstützen im Dachgeschoss durch Stahlstützen ersetzen. Der hierfür beauftragte Handwerker vertrat die Auffassung, dass vorab eine statische Berechnung unbedingt erforderlich sei. Deshalb ließ das Paar eine entsprechende Berechnung durchführen, wofür die Statiker rund 535 Euro in Rechnung stellten. Davon machte das Ehepaar 20 Prozent, also gut 107 Euro, in seiner Einkommensteuererklärung als Handwerkerleistung geltend. Das Finanzamt blockte die Kosten allerdings ab, denn aus seiner Sicht handele es sich um reine Gutachterkosten, nicht um steuerlich begünstigte Handwerkerleistungen. Das sah das Finanzgericht Baden-Württemberg anders und gab dem klagenden Paar Recht: Im Fall der Eheleute seien die Gutachterkosten eine unselbständige Nebenleistung, die für den Austausch der Stützbalken erforderlich war (Az. 1 K 1384/19).

Allerdings ist das steuerzahlerfreundliche Urteil noch nicht rechtskräftig, da das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt hat (Az.: VI R 29/19). Betroffene Steuerzahler mit ähnlichen Fällen können sich auf das Gerichtsverfahren berufen und Ausgaben für den Statiker bei der Steuer ansetzen. Akzeptiert das Finanzamt die Ausgaben nicht, kann Einspruch gegen den Steuerbescheid erhoben und auf das laufende Gerichtsverfahren beim Bundesfinanzhof verwiesen werden. Dann bleibt der eigene Fall bis zu einer abschließenden Entscheidung des Gerichts offen.


Erbschaftssteuer bei der zeitnahen Weiterschenkung

Schenken Eltern ihren Kindern ein Grundstück, das sie zuvor selbst unmittelbar von ihren Eltern erhalten haben, handelt es sich trotzdem um eine Schenkung zwischen Eltern und Kind. Der Vorteil: Es gelten die höheren Schenkungsteuerfreibeträge. Bei Schenkungen zwischen Kindern und Eltern sind das 400.000 Euro, während der Freibetrag bei Schenkungen von den Großeltern direkt an die Enkelkinder nur bei 200.000 Euro liegt.

Im Urteilsfall übertrug eine Großmutter mit notarieller Urkunde ein Grundstück an ihre Tochter. Diese übertrug einen Teil des Grundstücks, ebenfalls mit notarieller Urkunde, am selben Tag weiter auf ihre Tochter und damit die Enkeltochter der ursprünglichen Schenkerin. Ein vorab von den Großeltern gemeinschaftlich geschlossenes Testament sah bereits die Weiterübertragung des Grundstücksteils an die Enkeltochter vor. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, die Enkelin hätte den Grundstücksteil direkt von ihrer Großmutter erhalten, sodass lediglich ein Freibetrag in Höhe von 200.000 Euro zu berücksichtigen sei. Das sah das Finanzgericht im Fall anders. Ein Testament, das die Weiterübertragung vorsieht, reicht nicht aus. Die Richter stellten vielmehr fest, dass es sich um eine freiwillige Weitergabe des Grundstücksteils der Mutter an ihre Tochter handele, sodass der höhere Steuerfreibetrag von 400.000 Euro gelte (Az.: 3 K 123/18). Die Revision wurde nicht zugelassen. Betroffene können sich daher direkt auf die Gerichtsentscheidung beziehen, wenn das Finanzamt in vergleichbaren Fällen nur die geringeren Freibeträge für Schenkungen zwischen Großeltern und Enkelkindern berücksichtigen will.